DenkRaumDialog: Brain Drain am Bodensee?

Problemstellung

Inwiefern gelingt es den Hochschulen den Bedarf an akademischen Fachkräften in der Region zu decken? Und falls dies nicht der Fall ist, was sind die Gründe dafür? Viele AbsolventInnen verlassen nach ihrem ersten oder zweiten Abschluss die Region. Warum und was kann wer dagegen tun? Diese und andere Fragen diskutieren wir im Rahmen des DenkRaumDialogs. Ziel ist es zu erörtern, wie es den Unternehmen in der Region gelingt, innovative Fachkräfte zu rekrutieren oder zu halten. Der DenkRaumDialog soll als Forum zum Wissensaustausch, zum Wechsel von Perspektiven und zur Diskussion möglicher Lösungsansätze anregen.

Der Wandel des Arbeitsmarktes vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass für die Attraktivität einer Stelle nicht mehr der Lohn alleine ausschlaggebend ist. Stattdessen sind es weiche Faktoren, wie die Work-Life-Balance oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die maßgebend sind. Dies findet sich auch in den  Ergebnissen einer Befragung wieder, die DenkRaumBodensee unter Studierenden der Bodenseeregion durchgeführt hat. Im Zuge dessen wurden die Studierenden zu den Voraussetzungen für den Verbleib in der Region nach ihrem Studium befragt. Als wichtigster Grund wurde die Vereinbarkeit der Karrieren in einer Partnerschaft genannt.

Lösungsansätze gibt es bereits an verschiedenen Stellen. Manche vermeintlichen Nachteile des Standorts stellen sich bei näherer Betrachtung möglicherweise auch als Fehlwahrnehmung heraus. So gibt es beispielsweise bereits Kooperationen zwischen verschiedenen Arbeitgebern, um die Möglichkeit dualer Karrierewege zu eröffnen. Konkurrenz und Kooperation schließen sich dabei nicht zwingend aus. Ein weiteres Beispiel sind Initiativen, um Kontakt zu in der Region Geborenen und/oder Ausgebildeten zu halten, auch wenn diese nicht mehr in ihrer Heimat wohnen.

Der Fachkräftemangel betrifft viele Branchen und Professionen. Entsprechend sind die Werkzeuge, die ihm entgegenwirken, vielfältig und müssen spezifisch eingesetzt werden. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf AkademikerInnen, die in der Region studiert oder die die Region für ihr Studium verlassen haben. Im Dialog sollen Probleme und zukünftige Herausforderungen identifiziert und mögliche Lösungsansätze diskutiert werden, um einen Brain Drain am Bodensee zu verhindern. DenkRaumBodensee bietet hierzu die Plattform, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und über die Grenzen hinweg zu fördern.

Zielsetzung

  • Grenzüberschreitender Dialog zwischen Forschung und Praxis über aktuelle und zukünftige Herausforderungen für das Halten von Talenten in der Bodenseeregion
  • Identifizierung wichtiger Themenfelder, des ggf. bestehenden Wissensbedarfs sowie des (möglichen) Handlungsbedarfs zur Rekrutierung und Rückgewinnung von Talenten
  • Formulierung von Anforderungen an eine gemeinsame und grenzüberschreitende Arbeitsmarktpolitik in der Bodenseeregion

Zielgruppe

EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft, Verbänden, Verwaltung und Wissenschaft

Inputreferat

Dr. Thomas Wöhler (Universität Konstanz): „Der Verbleib von Hochschulabsolventinnen und -absolventen in der Region – Muster und Motive“

Blick aus verschiedenen Perspektiven

  • Dual Career Services: Kerstin Melzer (Referentin für Personalentwicklung und Dual Career an der Universität Konstanz, Sprecherin Dual Career Netzwerk Deutschland)
  • Hochschulen: Gerd Winandi-Martin (Leiter Career and Corporate Services Universität St. Gallen)
  • Wirtschaftsförderung: Joachim Heinzl (Geschäftsführer Wirtschaftsstandort Vorarlberg)
  • Unternehmen: Dr. Michael Zickar (Leiter Core Technology VAT)
  • Agentur für Arbeit: NN

Moderation: Dr. Roland Scherer (Direktor IMP-HSG, Universität St.Gallen)

Diskussion

  • Neue Prioritäten bei der Jobsuche? Wie wirkt sich der Wertewandel auf die Arbeitsplatzwahl heute und in Zukunft aus?
  • Kann eine bessere grenz- und branchenüberschreitende Vernetzung von Angeboten und Jobmöglichkeiten die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Region erhöhen?
  • Welche Maßnahmen wären denkbar, um Absolventinnen und Absolventen für die Wirtschaft in der Region zu gewinnen beziehungsweise zurückzugewinnen?

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 13. September 2019 von 9 – 13 Uhr im Vorarlberg Museum, Kornmarktplatz 1, A – 6900 Bregenz, statt.

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