Mobilität

Selbstfahrende Autos und Züge, Flugtaxis, E-Autos und Car Sharing – die Vorstellungen über die technologischen Aspekte einer Mobilität der Zukunft sind äußerst vielfältig, und es ist aktuell noch nicht absehbar, welche Konzepte sich letztendlich durchsetzen werden und vor allem wann. In der (Verkehrs-)Wissenschaft ist heute weitgehend unbestritten, dass technologische Lösungen allein nicht zielführend sind und es stattdessen eine umfassende und integrative Betrachtung braucht, um eine zukunftsfähige Mobilität zu entwickeln und auch erfolgreich umzusetzen. Diesen integrierenden Denkansatz brauchen wir auch, wenn wir die Mobilität in Verbindung zu den Klimaschutzzielen bringen wollen. Technologie kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung durch Mobilität leisten. Aber erst wenn wir weitergehende Fragen stellen, zum Beispiel wie viel Mobilität wir wirklich brauchen, welcher Art sie sein soll und wie sich die einzelnen Komponenten besser vernetzen lassen, können wir den Klimazielen näher kommen. Wie kann die Zukunft der Mobilität konkret aussehen und in welche Richtung müssen die heutigen Diskussionen weiterentwickelt werden?

DenkRaumBodensee veranstaltete gemeinsam mit dem Think Tank Thurgau am 18.9.2020 den Wissenschaftskongress 2020 “Digitalisierung und Mobilität” im Pentorama in Amriswil. Mehr als 100 Personen sind der Einladung gefolgt und haben sich unter der Leitung von Dr. Roland Scherer und Matthias Mölleney von renommierten Referentinnen und Referenten die Frage beantworten lassen: “Hat die Zukunft der Mobilität eine Zukunft?”

Einen Nachbericht zur Veranstaltung sowie eine Bildergalerie und Interviews mit Referenten finden Sie hier.

TTT-Talks

Die Erkenntnisse aus dem Wissenschaftskongress werden aufgegriffen und mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert. Eine der Erkenntnisse aus dem Wissenschaftskongress war, dass positive Veränderungen nur gelingen können, wenn die Mobilitätsnutzer bereit sind, ihre Einstellung und ihr Verhalten zu verändern.

Am Donnerstag, den 28.01.2021 diskutierten Matthias Mölleney (Präsident Think Tank Thurgau) und Prof. Dr. Alexander Eisenkopf (Zeppelin Universität, DenkRaumBodensee) sprechen darüber mit dem renommierten Verhaltensökonomen Gerhard Fehr, Beratungsgesellschaft FehrAdvice & Partners AG. Laut Fehr bewegen sich die meisten Menschen entlang von Mustern, die sich oftmals über Jahre eingeschliffen haben. Um Verhaltensänderungen zu bewirken ist es wichtig, positive Anreize zu setzen. Dies gilt auch für unser Mobilitätsverhalten.

Beim zweiten TTT-Talk am 25.02.2021 diskutierten Dr. Roland Scherer (Direktor IMP-HSG Universität St.Gallen | DenkRaumBodensee) und Regula Broger (Vizepräsidentin des Stiftungsrats Think Tank Thurgau) mit Werner Fritschi (Leiter Markt bei der Regionalbahn Thurbo AG und Präsident Thurgau Tourismus) über Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Kunden und Angebote seitens der Mobilitätsdienstleister. Als Mobilität der Zukunft wünscht sich Fritschi ein Verständnis von Mobilität als Gesamtpaket, eine Plattform mit niederschwelligen Angeboten unterschiedlicher Mobilitätsanbieter. Die Bahn wäre nur ein Baustein, der beispielsweise um Sharing-Angebote ergänzt werden kann. Den KundInnen ist es wichtig, sich möglichst einfach, komfortabel und preiswert im Raum bewegen zu können und dabei auf das für sie und ihre Anforderungen beste Mobilitätsmittel zugreifen zu können. Insbesondere in der Bodenseeregion braucht es dafür Kooperationen, um grenzüberschreitend ein attraktives Angebot bereitstellen zu können.

Der dritte TTT-Talk am 25.03.2021 beleuchtete das Thema aus politischer Sicht: Worin liegen die zukünftigen Herausforderungen der Mobilität aus politischer Sicht? Welche Ziele verfolgt die Politik? Und welchen Einfluss kann sie nehmen? Dr. Roland Scherer (Direktor IMP-HSG Universität St.Gallen | DenkRaumBodensee) diskutierte mit Jost Rüegg (Kantonsrat, Vizepräsident Grüne Kanton Thurgau) und Sarah Bünter (Präsidentin Die Junge Mitte Schweiz). Früher war das Auto ein Statussymbol – auch für die Jugend. Für viele Junge ist heute die Nutzung des ÖV selbstverständlich, nicht nur weil es klimaverträglicher, sondern auch, weil es sozialer ist. Um das Mobilitätsverhalten zu ändern, braucht es Sensibilisierung, aber auch attraktive Angebote und klare Vorgaben – und eine Vorbildfunktion der politisch Verantwortlichen. Darin waren sich die Diskutanten einig.

Der vierte und letzte TTT-Talks 2021 findet am 21.04.2021 statt.

Die Videos zu den Talks finden Sie hier.

Wissenslandkarte Mobilität